Geplantes ewl Quartier

245 Millionen Projektkosten – «Mir als Finanzdirektorin macht das keine Freude»

Nadine Purtschert, 29. Januar 2024, 14:38 Uhr

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Nachdem die Baupläne der ewl Areal AG im vergangenen Jahr zurückgewiesen wurden, stellt der Stadtrat eine überarbeitete Vorlage vor. Doch durch die steigenden Baukosten bleibt das Projekt trotz der Anpassungen teuer.

Ein Quartier mit gemeinnützigen Wohnungen, Alterswohnungen, Büroräumen, der Feuerwache sowie Stützpunkte für den Zivilschutz und den Rettungsdienst. Dies soll künftig an der Industriestrasse Luzern auf dem EWL-Areal stehen.

Trotz Anpassungen bleiben die hohen Kosten

Doch als im vergangen Jahr bekannt wurde, dass die Baukosten um 16 Prozent steigen würden, wies der grosse Stadtrat die erste Vorlage des Projekts zur Überarbeitung zurück. Sie war zu teuer. Am Montagmorgen, mehr als ein halbes Jahr später, legt der Stadtrat dem Grossen Stadtrat die überarbeitete Vorlage vor: Die Projektkosten belaufen sich trotz kostensenkenden Massnahmen auf 244,8 Millionen Franken.

Das ewl-Areal in der Stadt Luzern in der Industriestrasse.

Franziska Bitzi, Finanzdirektorin der Stadt Luzern, erklärt gegenüber PilatusToday: «Das Projekt wurde redimensioniert, Kosten eingespart und trotzdem bleibt es teuer. Mir macht das als Finanzdirektorin keine Freude. Wir sind in einer schweren Zeit mit Bauteuerungen, Lieferengpässen und leichter Inflation. Hätten wir vor zwei Jahren den Entscheid für das Projekt treffen können und wären schon am Bauen, wäre es anders gekommen.»

Mehr als die Hälfte der Mehrkosten des Projekts seien auf die Baukostenteuerungen zurückzuführen. Obwohl das Quartier bei der neuen Vorlage Massnahmen getroffen hat, wie zum Beispiel auf geplante Flächen für das Strasseninspektorat und die Stadtgärtnerei zu verzichten, bleiben die Gesamtkosten hoch.

Auf dem EWL-Areal sollen ein neues Sicherheits- und Dienstleistungszentrum sowie Wohnungen entstehen.

© EWL Areal AG

Aktienkapital soll erhöht werden

Die Stadt Luzern soll für die Umsetzung des Grossprojekts zudem tiefer in die Tasche greifen: Die überarbeitete Finanzierungsvorlage sieht eine Erhöhung des Aktienkapitals der Stadt Luzern an der EWL Areal AG vor. Da das Projekt auf öffentliche Bedürfnisse zugeschnitten und nicht gewinnorientiert ist, benötigt es eine starke Eigenkapitalbasis, um risikofähig zu sein. Aus diesem Grund wird das Aktienkapitel der ewl Areal AG von sechs auf 65 Millionen erhöht.

152 Millionen Kredite

Insgesamt beantragt der Stadtrat beim Parlament und beim Volk Kredite im Rahmen von 152 Millionen. Ob der Grosse Stadtrat mit diesen Zahlen und Anpassungen einverstanden ist, wird voraussichtlich am 21. März entschieden. Die Volksabstimmung folgt am 9. Juni. Ziel der ewl Areal AG ist es, im Sommer 2026 mit der ersten Bauetappe zu starten. Bis Mitte 2032 soll das durchmischte Quartier einzugsbereit sein.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Januar 2024 14:54
aktualisiert: 29. Januar 2024 14:54