Zentralschweiz
Luzern

Keine Cordon Bleus mehr – Traditionsbeiz «Tribschen» geht zu

Fertig geklopft

Keine Cordon Bleus mehr – Traditionsbeiz «Tribschen» geht zu

Jan Fedeli, 16. Mai 2023, 09:23 Uhr
Nach 23 Jahren im «Tribschen» verabschiedet sich das Wirtepaar Roni und Uschi Roth in die Rente. Ende Mai schliessen sie die Türen des Restaurants endgültig. Wie es mit dem «Tribschen» weitergeht, ist unklar. Bis jetzt wurde keine Nachfolge gefunden.

Wer am Vormittag durch die Türen des «Tribschen» kommt, hört es meistens schon: Roni Roth klopft die Cordon Bleus für den ganzen Tag. Die fertigen Cordon Bleus stapeln sich auf der Ablage, bereit um zubereitet und serviert zu werden. An diesem Mittag ist das «Tribschen» ausgebucht – wie fast immer in den kommenden Tagen. Viele Stammgäste möchten noch einmal das legendäre Cordon Bleu geniessen und sich persönlich vom Wirtepaar verabschieden.

Bis jetzt keine Nachfolge gefunden

Was nach Ende Mai geschehen wird, ist noch ungewiss. Zuständig für die Zukunft des «Tribschen» ist die Liberale Baugenossenschaft Luzern. Eine Anschlusslösung für das Restaurant wurde bisher keine gefunden, wie Pius Adler, LBG-Liegenschaftsverwalter, auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1 sagt: «Bis jetzt haben wir noch niemanden gefunden, der das ‹Tribschen› übernehmen möchte.» Geplant sei, dass das Restaurant eine Beiz für die Menschen aus den umliegenden Quartieren bleibe. Diese soll mit bürgerlicher Küche weitergeführt werden. Falls kurzfristig keine Nachfolge gefunden wird, steht das «Tribschen» vorläufig leer.

Auch Stammgäste sind emotional

In den 23 Jahren im «Tribschen» hat das Wirtepaar viel erlebt. «Ich könnte ein Buch über all die Erlebnisse schreiben», so Uschi Roth.

Das sehen auch die Stammgäste so. Beim Besuch wird schnell klar, wie viel den Gästen das Restaurant bedeutet. Die Leute kennen sich untereinander und sprechen über die einzelnen Tische hinweg miteinander. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Quartiere ist das «Tribschen» ein Ort der Begegnung, den sie schmerzlich vermissen werden.

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Stammgast Werner Loretini bringt es auf den Punkt: «Das ‹Tribschen› ist ein gutes Restaurant, in welchem man gut essen kann. Man trifft aber auch immer wieder die anderen Stammgäste, die man schon länger kennt und mit denen man ein gutes Verhältnis pflegt.» Emilia Monne pflichtet ihm bei: «Ich besuche das ‹Tribschen› nun schon fast 20 Jahre und bin sehr traurig, dass bald fertig damit ist.» Bis zum endgültigen Schluss möchten die beiden dem Restaurant deshalb noch möglichst viele Besuche abstatten.

Die Pensionierung geniessen

Am meisten freut sich das Wirtepaar auf die Freizeit nach der Pensionierung. «Es ist langsam Zeit dafür», sagt Uschi Roth. Die Arbeit als Wirtin oder Wirt sei halt zum Teil schon ein «Knochenjob». Konkrete Pläne für die neu gewonnene Zeit nach der Pensionierung hat das Wirtepaar noch keine. Im Vordergrund steht aber vor allem mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. «Ich habe zwei Enkelkinder, mit denen ich gerne mehr Zeit verbringen möchte. Zudem haben wir viele Freundschaften in den letzten Jahren zu wenig gepflegt.»

Jan Fedeli
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Mai 2023 19:38
aktualisiert: 16. Mai 2023 09:23