Kampfjet in Emmen

Lärmmessungen hier, Planespotter da: Ankunft des F-35 spaltet die Gemüter

Noah Zimmermann, 18. März 2022, 18:09 Uhr
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Quelle: Tele 1

Mit Stolz hat die Schweizer Armee am Freitag den US-Kampfjet F-35A auf dem Militärflugplatz Emmen präsentiert. Aber nicht alle Leute sind begeistert. Neben den Planespottern sind auch Gruppen vor Ort, die den neuen Kampfjet nicht in Emmen sehen wollen.

Als die neuen Kampfjets der Schweizer Armee kurz vor 12 Uhr das erste Mal über das Rollfeld in Emmen fahren, schlägt das Planespotter-Herz höher. 500 Flugzeugbegeisterte hatten sich für den Anlass angemeldet.

Mit der Landung in Emmen werden die sogenannten «Spottertage» eingeläutet. Während dieser Tage sollen die neuen Kampfjets der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Denn der Bundesrat möchte 36 Exemplare des F-35 bestellen.

Begeisterung bei Freunden der Aviatik...

Begleitet wird die Ankunft des neuen Kampfjets von vielen Planespottern. Bei der ersten Landung dabei war auch der Fliegerfan Marc Schulthess: «Das Ganze ist sehr faszinierend. Es ist wichtig, dass wir uns selbst ein Bild machen können vom neuen Flieger.» Direkt am Rollfeld dabei zu sein, sei ein grosser Traum für viele Aviatik-Freunde.

Auch Thomas Freimüller, Vizepräsident des Swiss F-35 Clubs, ist völlig aus dem Häuschen: «Es ist eine super Gelegenheit, den Flieger aus der Nähe zu sehen.» Gerade in der aktuellen Situation in Europa sei die Beschaffung wichtig. Freimüller findet auch die geplante Initiative gegen den Kampfjet absolut unverständlich.

...Frust bei den Gegnern

Es gibt aber auch kritische Stimmen. In Emmen will eine Gruppierung den Kampfjet vom Flugplatz fernhalten. Dabei steht vor allem die Lautstärke des F-35 im Fokus. Peter Lerch befürchtet eine erhöhte Lärmbelastung am Flugplatz Emmen und macht deshalb eigene Lärmmessungen. Er engagiert sich im Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen.

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Quelle: Tele 1

Nach der ersten Landung des neuen Kampfjets zeigt sich Lerch erleichtert: «Wir haben einen Spitzenwert von 94.2 Dezibel gemessen. Das ist nicht so schlimm wie befürchtet. Aber wir müssen jetzt noch schauen, wie laut die Starts werden.» Der Schutzverband will im Verlauf des F-35-Besuchs in Emmen noch weitere Messungen machen, um ein Vergleich zu haben.

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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Nebst Planespottern und Fluglärmgegnern sind auch Vertreter der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA in Emmen vor Ort. Anja Gada hat zwar Verständnis für die Faszination der Spotter. «Ich kann nachvollziehen, dass man sich für die Technik interessiert.» Sie betont aber auch, dass sich viele Leute der Konsequenzen nicht bewusst seien. «Die Leute überlegen sich nicht, was dieser Jet anrichten kann. Gerade jetzt, wo in unserer Nähe Krieg herrscht, ein absurder Gedanke.»

(zno)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. März 2022 12:34
aktualisiert: 18. März 2022 18:09