Polizeiserie

«Sprachbarriere ist eine Herausforderung» – unterwegs mit Luzerner Schwerverkehrskontrolle

Anita von Rotz, 8. November 2023, 13:13 Uhr

Quelle: Tele 1

Auf der Nord-Südachse der A2 fahren täglich über 99'000 Fahrzeuge durch Luzern. Tausende davon sind Lastwagen. Die Schwerverkehrskontrolle der Luzerner Polizei hat also reichlich zu tun. Denn nicht alle Fahrerinnen und Fahrer halten sich ans Gesetz.

«Grüezi. Fahrzeugpapiere, Führerausweis und Ladepapiere bitte», so beginnt ein Gespräch zwischen den Polizisten der Schwerverkehrskontrolle und dem Chauffeur. Das Zweierteam hat sich zuvor auf der Autobahn A2 positioniert und den Verkehr beobachtet. Der Fahrer eines Lastwagens mit französischen Kontrollschildern ist ihnen negativ aufgefallen, deshalb haben sie ihn aufs Depot bei der Sprengi in Emmenbrücke gelotst.

Sprachbarriere bringt Herausforderungen

«Sie waren nicht angeschnallt oder?», fragt Polizist Roger Rölli den Chauffeur. Dieser schaut in verdutzt an: «Vous parlez français ou portugais?». «Nein, Portugiesisch kann ich leider auch nicht», entgegnet Rölli gelassen. Das Problem der Sprachbarriere komme häufig vor, da viele ausländische Chauffeure auf der Nord-Südachse unterwegs sind. «Die Chauffeure können vielfach nicht mal Englisch. Wir arbeiten dann mit sogenannten Wortlosguides. Wir zeigen ihnen Fotos mit den jeweiligen Dokumenten, die wir sehen wollen.»

Wenn es mit der Sprache nicht klappt, greift Roger Rölli auf Zeichen zurück. Er beschriftet den Lastwagen des Chauffeurs, um ihm klar zu machen, wie hoch die Busse ausfällt.

© PilatusToday

In diesem Fall zeigt Rölli mit Gestiken, dass der Fahrer nicht angeschnallt war. Mit dem Finger malt er dann eine «60» auf die Lastwagenblache. Dem Chauffeur wird klar, dass er nun 60 Franken bezahlen muss.

Maximal 18 Tonnen erlaubt

In der Zwischenzeit wird der Lastwagen ganz genau unter die Lupe genommen. Die Reifen werden kontrolliert. Mit der Taschenlampe wird unter den Lastwagen geschaut, die Länge und die Breite werden ausgemessen und die Ladung kontrolliert. «Die Sicherung der Ladung und den Aufbau der Ware schaue ich mir immer genau an», erklärt Rölli.

Auch das Gewicht wird gemessen. Dieses darf den Wert von 18 Tonnen nicht überschreiten. Hier hat der Chauffeur alles eingehalten. «Ich habe nichts zu beanstanden, alles in Ordnung», sagt Rölli zufrieden. Dann gibt es noch einen Alkoholtest und er kann seine Fahrt – dieses Mal angeschnallt – fortsetzen.

Der Lastwagen wird auf dieser speziellen Waage von vorne bis hinten gewogen.

© PilatusToday

Bei der Auswahl der Fahrzeuge auf das Bauchgefühl hören

Rölli ist bereits seit 2007 bei der Luzerner Polizei und seit vier Jahren Chef der Abteilung Schwerverkehr. Trotz der Erfahrung verlässt er sich bei der Kontrolle oft auf sein Gefühl: «Das Bauchgefühl gibt mir meistens Recht. Aber natürlich gibt es viele Indizien, die man von Auge her sieht», so der gelernte Lastwagenmechaniker. Wenn Ladungen beispielsweise offen auf dem Fahrzeug transportiert werden, sei das öfters ein Zeichen dafür, dass diese nicht richtig gesichert sind.

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Die Kontrollen sollen den Chauffeuren vor allem zeigen, dass die Luzerner Polizei wachsam ist und man Vergehen gar nicht erst begehen soll. «Uns geht es nicht darum, möglichst viele Bussen zu verteilen, sondern den Strassenverkehr sicherer zu machen. Wenn die Chauffeure genau wissen, dass sie auf dieser Strecke öfters kontrolliert werden, halten sie sich eher an die Gesetze.»

Wie die Schwerverkehrskontrollen genau ablaufen und wie die Fahrzeiten abgelesen werden, siehst du im Video oben.

Quelle: PilatusToday / Tele 1
veröffentlicht: 8. November 2023 13:14
aktualisiert: 8. November 2023 13:14