Gefährliche Heldentat

«Täter nicht verfolgen!» – So reagierst du richtig bei einem Überfall

Sven Brun, 11. August 2022, 12:11 Uhr

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Zwei Männer hatten am Dienstag einen Laden in der Stadt Luzern überfallen. Der Besitzer reagierte sofort und versuchte, die bewaffneten Täter zu stoppen. Das kann jedoch sehr gefährlich sein, meint die Präventionsstelle der Luzerner Polizei.

«Ich konnte den Laden verlassen und habe die Umgebung auf den Überfall aufmerksam gemacht», sagt Felix*. Sein Laden, das Artemis an der Murbacherstrasse, war am Dienstagnachmittag von zwei bewaffneten Männern überfallen worden. Durch seinen Ausbruch wurden die Täter schlagartig und ohne Beute zur Flucht animiert.

Doch dies genügte Felix nicht. «Ich habe durch einen Geistesblitz nach dem Velo-Rad eines Täters gegriffen und so seine Abfahrt verhindert», sagt er. Der Artemis-Inhaber wollte also tatsächlich die Diebe an der Flucht hindern. Promt kam es zu einem Handgemenge, glücklicherweise ohne gröbere Gewaltanwendungen.

So hat Felix den Überfall erlebt:

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

In welche Gefahren sich Felix damit gebracht hat, war er sich wohl zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. «Für Opfer und Täterschaft ist ein Raubüberfall eine dramatische Situation. Es ist viel Adrenalin im Spiel», sagt Erwin Gräni, Chef Prävention der Luzerner Polizei. Die Polizei rate dringend davon ab, aktiv gegen die Täter vorzugehen oder sie sogar zu verfolgen. «Das sollen Profis der Polizei machen.»

Gräni ist sich bewusst, dass einige Menschen in solchen Situationen den Helden spielen möchten. «Aber in diesem Fall könnte die Situation dadurch eskalieren.» Bei einem Überfall mit einer Waffe sei dies zusätzlich gefährlich: «Man muss damit rechnen, dass diese Waffe auch eingesetzt werden könnte.» Die Kriminellen sollen sich daher möglichst nicht bedrängt fühlen.

Deshalb sei es wichtig, möglichst Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Täterschaft Folge zu leisten. «Während dem Überfall immer die Hände zeigen und Eigenschaften der Täter merken», so Gräni. Wenn sich Betroffene um allfällige Verletzte gekümmert haben, sollen die erlebten Details und der Fluchtweg dann möglichst rasch der Polizei via 117 mittgeteilt werden.

*Nachname der Redaktion bekannt.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. August 2022 12:12
aktualisiert: 11. August 2022 12:12