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Luzern

«Wir müssen ausbauen» – Fernwärme in Luzern wird knapp

Ökologischer Strom boomt

«Wir müssen ausbauen» – Fernwärme in Luzern wird knapp

6. Juni 2023, 19:11 Uhr
Die Nachfrage an Fernwärme in der Region Luzern steigt massiv. Es braucht immer mehr und möglichst umweltfreundliche Energie – vor allem im Winter. Das bisherige Fernwärme-Netz reicht laut der Fernwärme Luzern AG nur noch gut fünf Jahre. Bis dann müssen neue Lösungen her.

«Mit den heutigen Zielen der Klima- und Energiestrategie sowie den wesentlich höheren Preisen für fossile Brennstoffe ist Fernwärme sehr gefragt», sagt Patrik Rust, Verwaltungsratspräsident der Fernwärme Luzern AG. Diese setzt sich aus der ewl, dem Gemeindeverband REAL Recycling Entsorgung Abwasser Luzern und den Gemeinden Emmen, Buchrain, Ebikon und Root zusammen.

Kapazitätsgrenze bald erreicht

Der grösste Teil der Fernwärme stammt aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Root. Dort wird der Abfall der ganzen Zentralschweiz verbrannt und ein Teil der Wärme dann in Fernwärme respektive Strom umgewandelt. Dadurch können unter anderem gut 10'000 Haushalte in der Umgebung mit Strom versorgt werden.

Die Fernwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage stösst jedoch an ihre Grenzen. Das weiss auch Patrik Rust: «Die heutige Infrastruktur reicht noch für etwa fünf Jahre. Deswegen sind wir auf der Suche nach neuen Quellen.» Diese Quellen sollen auch erneuerbar sein. «Das kann zum Beispiel Holz sein, welches verbrannt wird. Dieses ist zwar schnell verfügbar, aber es ist nicht unendlich viel da.»

Bereits 144 Millionen Franken investiert

Deshalb arbeitet die Fernwärme Luzern AG derzeit an einer strategischen Langfristplanung. «Es muss auf jeden Fall weitergehen, denn die Nachfrage ist da», sagt Rust. Die Planung hat einerseits zum Ziel, in den bestehenden Gebieten weiterzuwachsen. Andererseits will die Fernwärme Luzern AG im ganzen Raum Luzern eine zentrale Rolle spielen. Rund um Luzern sollen die Netze weiter stark ausgebaut und verdichtet werden.

Dass die Nachfrage stark gestiegen ist und die Verantwortlichen langsam an die Kapazitätsgrenzen stossen, hat für die bestehenden Kunden vorerst keinen Einfluss, heisst es bei der ewl. Bis heute hat die Fernwärme Luzern AG rund 144 Millionen Franken in den Bau des Fernwärme-Netzes sowie in die Wärmezentralen.

(van)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. Juni 2023 19:09
aktualisiert: 6. Juni 2023 19:11