Zentralschweiz

Positive Saisonbilanz — trotz Schneemangel

Zentralschweizer Winter

Positive Saisonbilanz — trotz Schneemangel

5. Mai 2023, 16:01 Uhr
Viele Winterfans suchten ihr Glück in den Bergen, da im Flachland der Schnee weit und breit nicht zu finden war. Davon profitierten die Skigebiete der Zentralschweiz. Doch es gab auch ein paar Berggebiete, die unter dem Schneemangel litten.

Dass es diesen Winter wenig Schnee gab, wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen. Viele Skigebiete mussten wegen des Mangels ihre Betriebe einschränken und auf Alternativprogramme umsteigen. Doch eine Umfrage von PilatusToday und Tele 1 zeigt, dass viele der Zentralschweizer Skigebiete mit dem Verlauf der Wintersaison zufrieden sind. Schwer war die Saison vor allem für kleinere Bahnbetriebe.

Diese Skigebiete boten hervorragende Schneeverhältnisse

Das Skigebiet Engelberg-Titlis ist sehr zufrieden mit ihrer Wintersaison. Die Lage des Skigebietes war von Vorteil für die Schneesicherheit. «Wo andere mehr zu kämpfen hatten mit dem Schneemangel, erhielten wir eine sehr positive Rückmeldung bezüglich der Angebots- und Pistenqualität», so Urs Egli, Leiter Marketing Titlis Bergbahnen. Das ausgearbeitete Angebot in den Bergrestaurants habe einen ebenso positiven Eindruck hinterlassen. Wegen des Schneemangels im Flachland und der medialen Berichterstattung darüber hätten jedoch die Wintersportgeschäfte gelitten.

Gilt als sehr schneesicher: das Skigebiet Engelberg-Titlis. (Archivbild)

© IMAGO

Ähnlich gut verlief die Saison im Skigebiet Andermatt. Den ganzen Winter lang konnten fast alle Pisten geöffnet bleiben. Auch die Restaurants haben vom Winter profitiert, denn nach Corona zog es die Menschen wieder auf die Terrassen. Die Resultate der «Skidays» sehe, verglichen mit den letzten fünf Jahren, sehr gut aus.

Weitere hervorragende Schneebedingungen fand man diesen Winter in der Melchsee-Frutt. Den Gästen konnte das gesamte Winterangebot mit Schlitteln, Skifahren, Snowboard und Winterwandern angeboten werden. Obwohl der März schlechter war als die restlichen Wintermonate, habe dies das gute Saisonbild nicht verschlechtert. Spitzenwerte ergatterten sich auch die Hotels und Restaurants im Skigebiet, vor allem in den Monaten Januar und Februar.

Diese Alternativaktivitäten gab es in den Skigebieten

Mit gut präparierten Winterwanderwegen und einem Zauberteppich für die kleinen Gäste konnte die Mythenregion ein Alternativprogramm für den Schneemangel kreieren. Die Saison 2022/23 war für das Skigebiet schwierig. «Der personelle, sowie der Maschinenaufwand war gross und hatte finanzielle Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen. Dadurch konnten 50 bis 70 Prozent weniger Skitage im Vergleich zum letzten Winter gemacht werden», erklärt Uschi Arnold, Administration und Marketing der Mythenregion. Das Schöne ist jedoch, dass die Restaurants trotz des mangelnden Schnees Gäste hatten.

Die Mythenregion hatte stark mit Schneemangel zu kämpfen – anders als in den vergangenen Jahren. (Archivbild)

© Z.V.

In der Halle von Stoos wurde über die Wintersaison hinweg eine Hüpfburg aufgebaut. Diese wurde von Kindern bei Schlechtwetter und mangelndem Schnee gebraucht. Generell schlossen die Bergbahnen und Restaurants im Stoos mit einem Minus von 15 Prozent den Umständen entsprechend gut ab. Lifte mussten zwar keine abgestellt werde, aber entweder waren die Pisten schmaler oder es gab nur eine Piste pro Lift.

Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde auf dem Sörenberg Minigolf gespielt. In dieser Zeit wurde ein minimales Angebot für die Winterfans aufrechterhalten. Im Vergleich zum Dorf hatten sie aber am Rothorn immer hervorragende Schneeverhältnisse und konnten an ihrem Spitzentag im Januar rund 8000 Schneesportler begrüssen. Wegen des Schneemangels mussten gewisse Anlagen geschlossen werden. Dies auch, weil sich gewisse Anlagen im Moorschutzgebiet befinden und nicht beschneit werden dürfen.

Diese Skigebiete litten unter dem Schneemangel

Die Klewenalp startete gut in die neue Saison. Doch am 22. Dezember mussten sie wegen zu grossem Schneemangel die Anlagen schliessen und fast 60 Mitarbeiter nach Hause schicken. Ab Januar konnten sie die Anlage wieder öffnen und der Rest der Saison verlief einigermassen gut. Unter dem Schneemangel litten auch die Restaurants und als Alternativprogramm wurden Winterwanderwege präpariert. Zusammenfassend ist Heinz Rutishauser, Geschäftsführer und Gastgeber der Bergbahnen Klewenalp nicht zufrieden mit der Saison.

Die Klewenalp musste kurz vor Weihnachten ihren Betrieb temporär einstellen. (Archivbild)

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Noch etwas düsterer sah es im Hoch-Ybrig aus. Die Restaurants in diesem Skigebiet hatten wegen des Schneemangels weniger Gäste und somit auch weniger Umsatz als im vorherigen Jahr. Wegen des Schneemangels musste der Betrieb für eine kurze Zeit auf Teilbetrieb umstellen. Gemäss stellvertretender Gescheftsführer Urs Keller war das Wetter in dieser Zeit so schlecht, dass nicht einmal ein Alternativprogramm angeboten werden konnte.

Konntest du viel Skifahren in diesem Jahr? Schreib es uns in die Kommentare.

(pch)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. Mai 2023 15:55
aktualisiert: 5. Mai 2023 16:01