Weg damit

Sie wuchern in der Zentralschweiz: Hast du eine dieser schädlichen Pflanzen im Garten?

Dominik Lüdi, 21. Juni 2023, 08:33 Uhr
Sie sind giftig, vermehren sich stark und gefährden die Umwelt und Biodiversität in der Schweiz. Diese elf Pflanzen gehören bekämpft und entsorgt. Ein Überblick über die übelsten Neophyten der Schweiz in Bildern.

Sie erobern die Schweiz im Sturm: Die sogenannten Neophyten. Pflanzen, die nicht in die Schweiz gehören, die Flora und Fauna bedrohen und teilweise sogar für Mensch und Tier giftig sind. Entdeckst du eine dieser Pflanzen in deinem Garten oder in der Natur, dann gilt es, zu handeln.

Riesenbärenklau

Der giftige Riesenbärenklau kann bis zu drei Meter hoch werden und ähnelt der heimischen Kerbel. Bei Hautkontakt verursacht der Saft zusammen mit Sonnenlicht schmerzhafte und starke Verbrennungen. Durch die grossen Blüten bilden sich mehrere 10'000 Samen, welche sich weit verbreiten und über Jahre keimfähig bleiben. In der Natur kann der Riesenbärenklau dichte Bestände bilden und die einheimische Vegetation verdrängen.

Aufrechtes Traubenkraut (Ambrosia)

Das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia) ist eine gesundheitsgefährdende Pflanze aus Nordamerika. Sie kann starke Allergien verursachen. Für diese Pflanze besteht in der ganzen Schweiz eine Melde- und Bekämpfungspflicht.

Schmalblättriges Greiskraut

Das Schmalblättrige Greiskraut verbreitet sich über Samen schnell und ist zudem giftig für Mensch und Tier. Wahrscheinlich kam das Schmalblättrige Greiskraut mit dem Wollhandel nach Europa. In der Schweiz findet man die Art entlang von Verkehrswegen, aber auch in Kiesgruben, in Weinbergen und auf Wiesen und Weiden.

Sommerflieder

Durch den intensiven Geruch der Blüten des Sommerflieders werden zahlreiche Schmetterlinge angelockt. Dies sind in der Regel nur häufige Arten. Da der Sommerflieder in Flussauen oft grosse und dichte Bestände bildet, kann er dort die wertvolle auenspezifische Pflanzenwelt verdrängen. Dadurch fehlen die Futterpflanzen der Raupen von seltenen Schmetterlingen und der Sommerflieder wirkt sich so negativ auf die Schmetterlingspopulationen aus. Im Garten sollten die verblühten Rispen vor der Samenreife abgeschnitten und in die Kehrichtverbrennung gegeben werden.

Einjähriges Berufkraut

Es verbreitet sich in der Nordwestschweiz in Windeseile: Das Einjährige Berufkraut sieht der heimischen Kamille zum verwechseln ähnlich. Obwohl das Berufkraut nicht giftig ist, wird es vom Vieh gemieden. Daher kann es sich auf Weiden massiv vermehren und diese stark verunkrauten. Auf Ruderal-Standorten und Magerwiesen verdrängt es die einheimische, zum Teil schon selten gewordene Flora.

Essigbaum

Der Essigbaum stammt aus Nordamerika und wird maximal acht Meter hoch. Als Ziergehölz wurde er oft und gern in Gärten angepflanzt, denn die rotgelbe Herbstfärbung seiner Blätter ist bei vielen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern beliebt.

Mit Gartenerde kann Wurzelbrut in die freie Natur gelangen, wo der Essigbaum dann in dichten Beständen verwildert. Dadurch verdrängt er die einheimische Pflanzenwelt. Zudem ist sein Milchsaft bei Einnahme schwach giftig und er kann auch Haut- und Augenentzündungen verursachen.

Asiatischer Staudenknöterich

Der Japanische Staudenknöterich wurde 1823 als Zier- und Futterpflanze aus Ostasien nach Europa eingeführt, der Sachalin Staudenknöterich 1863. Beide Arten sowie deren Hybride verwildern leicht, sind konkurrenzfähig und bilden dichte Bestände, welche die einheimische Vegetation verdrängen.

Amerikanische Goldruten

Amerikanische Goldruten bilden durch unterirdische Ausläufer (Rhizome) sehr dichte Bestände. Insbesondere in spät gemähten Streueflächen können sie durch ihre Dichte schützenswerte Pflanzenarten verdrängen. Die licht- und wärmebedürftigen Pflanzen finden sich zudem an Strassen- und Bahnböschungen, Wegrändern, in Kiesgruben und Gärten. Amerikanische Goldruten wurden als Zierpflanzen und Bienenweide eingeführt sind heute eine der häufigsten invasiven Neophyten der Schweiz. Durch zahlreiche Flugsamen können sie sich rasch verbreiten.

Drüsiges Springkraut

Schöne Blüten und lustige Samen zum «spicken»: Das Drüsige Springkraut gehört jedoch ursprünglich nach Indien und nicht in die Schweiz. Entlang von Gewässern verdrängt es die natürlich vorkommenden Pflanzen und begünstigt somit Erosionen. Im Wald tritt es als aufdringliches Unkraut auf, das die natürliche Verjüngung behindern kann.

Götterbaum

Wegen seiner hohen Toleranz gegenüber Luftschadstoffen, Salz sowie urbanen Böden wurde der Götterbaum seit Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Städten und Parks zur Verbesserung des Stadtklimas angepflanzt. Seine Eigenschaften ermöglichen es dem Baum, sich auch auf kargen, brachliegenden industriellen Flächen oder in Mauerritzen zu etablieren. Je nach Ort kann es deshalb zu Schäden an Strassenbelägen und Mauern kommen.

Robinie

Ursprünglich aus Nordamerika wurde die Robinie wegen ihres guten und harten Holzes sowie ihrer Schnellwüchsigkeit oft angepflanzt. Ein junger Baum kann bereits nach sechs Jahren blühen und Samen bilden. Wachsen die Robinien in der Nähe von wertvollen Gebieten wie beispielsweise Magerstandorten, so besteht die Gefahr, dass sie sich in diese Lebensräume ausbreiten und die natürliche Pflanzenwelt verdrängen. Durch Ringeln der Rinde kann die Robinie erfolgreich bekämpft werden. Vom Fällen ist dringend abzuraten, da sich danach massiv Stockausschläge und Wurzelbrut bilden.

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Quelle: 32Today
veröffentlicht: 20. Juni 2023 16:16
aktualisiert: 21. Juni 2023 08:33