Das neue Foto der Luzerner Regierung

Eine satirische Interpretation

Die Luzerner Regierung (Januar 2015): Lukas Gresch, Staatsschreiber; Guido Graf, Gesundheitsdirektor; Marcel Schwerzmann, Finanzdirektor; Reto Wyss, Regierungspräsident und Bildungsdirektor; Yvonne Schärli, Justiz- und Sicherheitsdirektorin; Robert Küng,

Die Luzerner Kantonsregierung posiert jedes Jahr für ein gemeinsames Foto. Das offizielle Foto 2015 wurde im Primarschulhaus Gersag in Emmenbrücke aufgenommen: Lukas Gresch, Staatsschreiber; Guido Graf, Gesundheitsdirektor; Marcel Schwerzmann, Finanzdirektor; Reto Wyss, Regierungspräsident und Bildungsdirektor; Yvonne Schärli, Justiz- und Sicherheitsdirektorin; Robert Küng. Analog zum jährlichen Bundesratsbild steckt auch in diesem Foto eine Menge Symbolkraft.

Unser Redaktor Roman Gibel hat als "ausgewiesener Laie" versucht, das Bild der Luzerner Regierung auf satirische Art und Weise zu interpretieren. Hier also das kurze Essay zur Deutung der Exekutive im Kanton Luzern:

Die satirische Interpretation durch einen Laien

Das Bild wurde aufgenommen im Schulhaus Gersag in der Gemeinde Emmenbrücke. Es ist klar, warum das Gersag-Schulhaus als Foto-Tatort ausgewählt wurde: Jüngst für 32 Millionen Franken saniert, glänzt der ethnische Schmelztiegel der Emmenbronx jetzt durch nüchternen Sichtbeton und roten (!) Laminatboden. Dass der Boden rot sein würde, hat man Sicherheitschefin Yvonne Schärli wohl verschwiegen. Die sonst sehr fashionbewusste Schärli scheint im Boden zu versinken – eine Deutung dazu schenken wir uns an dieser Stelle. Die Sicherheitsdirektorin tritt dieses Jahr ja sowieso zurück.

Umrahmt wird die Szene von selbstgebastelten Himalaya-Fähnli. Buddhisten hängen diese bis zur vollständigen Verwitterung auf Bergen auf, damit nach ihrer Überzeugung die Gebete dem Himmel zugetragen werden. Ob die Kantonsregierung das Gefühl vermitteln will, dass nur noch Gebete helfen können? Im Hintergrund versteckt liegt ein Trampolin, das wohl nicht mehr Verwendung findet. Symbolhaft steht es für den Absprung von Yvonne Schärli aus der Kantonsregierung und wurde danach wieder ordentlich aufgeräumt. Oder will das versteckte Trampolin symbolisieren, dass die Regierung in diesem Jahr keine grossen Sprünge wagt? Die versteckten Nachrichten, die der Regierungsrat auf diesem Bild dem aufmerksamen Betrachter zustecken will, sind vielfältig.

Bei dieser ganzen Symbolkraft bleiben aber doch einige Fragen offen:

Warum steht Yvonne Schärli direkt unter den Straf-Strichli an der Wandtafel? Sollen diese auf die verpatzte Polizeiaffäre und die Entlassung des Kommandanten hinweisen? Schärli musste damals wohl mehr als nur einen Straf-Strich für rüpelhaftes Verhalten diverser Polizisten aufschreiben.

Warum überragt Bildungsdirektor Reto Wyss alle anderen um mindestens einen Kopf? Will das Team dadurch signalisieren, dass Wyss der Höchste unter ihnen ist? Wäre es nicht besser gewesen, wenn Wyss sich anstelle des pinken Mädchens ans Pult gesetzt hätte? Das verschmitzte Lausbuben-Lächeln hat er zumindest schon mal drauf, oder setzt er gerade wiedermal zum Bildungsstandort-Sermon an?

Warum eigentlich lachen die Regierungsräte alle so ausgelassen? Muss der Druck in einem Wahljahr nicht enorm gross sein? Wahrscheinlich hat der kleine Tobias aus der hintersten Reihe soeben einen Witz erzählt:

„Zu Weihnachten habe ich ein grosses Päckli bekommen, aber als ich es ausgepackt habe, war nichts drin. Meine Eltern haben nur gelacht und mir gesagt, das sei jetzt eben ein Sparpaket“. Schenkelklopfer....

So richtig drüber lachen kann Finanzguru Marcel Schwerzmann aber nicht. Eher gequält formen seine Mundwinkel eine Ronald McDonald-Grimasse. (Nein, dieser Vergleich soll nicht darauf anspielen, dass der Redaktor Marcel Schwerzmann für einen Clown hält!) Vielleicht ist es aber auch der frühere Beamtenstatus, der Schwerzmann nachhaltig anhaftet. Ein Indiz dafür die Hand, die nicht recht weiss was sie soll: Anpacken oder loslassen?

Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf wirkt sehr entspannt und locker auf dem Foto. Liegt es wohl daran, dass er die Probleme im Asylwesen im Jahr 2014 mehr oder weniger gut gemeistert hat? Oder denkt er vielleicht darüber nach, aus dem Schulhaus Gersag eine neue Asylunterkunft zu machen?

Robert Küng posiert als Baudirektor direkt neben einem märchenhaften Turm an der Wandtafel. Soll das symbolisieren, dass er dieses Jahr hoch hinaus will? Stützen könnte diese Symbolik der Abfalleimer rechts von ihm: Er ist willens, aufzuräumen...

Der heimliche Star des Regierungsrats-Bildes ist allerdings kein Regierungsrat und auch nicht die Regierungsrätin, sondern das pinke Mädel vorne links. Nonchalant hängt sie über dem Stuhl, sichtlich glücklich. Sie ist noch zu jung, um zu wissen, dass sie für eine Politik instrumentalisiert wurde, die den Schulen Budget und Fächer streichen will. Vielleicht ist sie aber auch gerade darüber sehr erfreut, man kann nur rätseln. Ein wenig erinnert sie an das Nirvana-Baby auf dem Album Nevermind: Keine Ahnung was abgeht und doch mitten dabei.

Zum Schluss bleibt nur noch die Frage: Wer ist eigentlich der Typ ganz links?

 

Hinweis: Dieses Essay ist ein satirischer Versuch, das Foto der Luzerner Regierung zu intepretieren. Es ist nicht die Absicht jemanden anzugreifen oder zu beleidigen. Falls Sie nicht wissen, was Satire ist, dann sehen Sie hier.

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