Personalmangel und Inflation

«Erhebliche Verschärfung der Lage»: Kantonsspital Uri vor Herausforderungen

Jonathan Ernst, 4. Dezember 2023, 14:25 Uhr
Für das im Sommer 2022 eröffnete Kantonsspital Uri wurden drei Kunst-am-Bau-Werke geschaffen. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Inflation, Tarifsenkungen und Fachkräftemangel: Diese Herausforderungen machen dem Schweizer Gesundheitssystem zu schaffen. So auch dem Kantonsspital Uri. Dort werden nun verschiedene Massnahmen geplant. Eine davon überrascht im ersten Moment: mehr Leistungsangebote.

«Die Kumulation dieser Herausforderungen hat in den vergangenen zwei Jahren zu einer erheblichen Verschärfung der Lage geführt», schreibt das Kantonsspital Uri in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Kanton. Gemeint seien unter anderem die Inflation, Tarifsenkungen und der Mangel an Fachkräften, welche die finanzielle Situation in den meisten Schweizer Spitälern «rapide» verschlechtere. So auch im Kantonsspital Uri (KSU).

Auch das KSU bleibt nicht verschont

«Dazu tragen auch politische Entscheide des Bundes zur Kostensenkung im Gesundheitswesen bei». Beispielsweise führe die «Pflicht zur Ambulantisierung» zu weniger Einnahmen. Patienten sollen die Nacht nach einem Eingriff, beispielsweise einer Operation, nicht im Spital verbringen.

Es sei absehbar, dass das Jahr 2023 mit einem Verlust abgeschlossen werden müsse. «Und der Ausblick auf die Jahre 2024 bis 2028 stimmt aus finanzieller Sicht wenig positiv», so die Autoren der Mitteilung. Insbesondere die Teuerung und Tarifkürzungen können nicht mehr aufgefangen werden.

«Zusätzlich macht die Teuerung im Jahr 2024 rund 3,9 Millionen Franken aus, die in den Tarifen bislang nicht berücksichtigt wird», wird Spitalpräsident Peter Vollenweider in der Mitteilung zitiert. Sollte die Teuerung auch in Zukunft nicht mit den Tarifen abgegolten werden, wäre das KSU sehr wahrscheinlich auf Unterstützung durch die öffentliche Hand angewiesen.

Mehr Angebote mit dem gleichen Personal

Weiterhin sei es zentral, bei Einkäufen von Geräten und Materialien nach Sparpotenzial und möglichen Mehreinnahmen Ausschau zu halten. Potential gäbe es neben Betten und Geräten auch beim Personal. Trotzdem soll es keinen Stellenabbau geben, sagt der Direktor des KSU, Fortunat von Planta, auf Nachfrage.

«Wir planen, dass wir die zusätzlichen Leistungen mit dem gleichen Personalstamm erbringen können.» Beispielsweise wird es schon ab dem 1. Januar eine Klinik für Gefäss- und Venenchirurgie sowie die Klinik für Multimodale Schmerzmedizin geben. Beides habe es bisher am KSU in der Form noch nicht gegeben. Weitere Möglichkeiten sei man am Prüfen.

Durch ein breiteres Angebot können mehr Fälle durchgeführt werden. Damit sinke der Fixkostenanteil verhältnismässig. Das Leistungsangebot werde weiter überprüft, heisst es auch von Kantonsseite in der Mitteilung. Und weiter: «Es ist unsere Aufgabe, der Frage nachzugehen, was wir uns in den kommenden Jahren zu welchem Preis in unserem neuen Kantonsspital leisten wollen bzw. können.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Dezember 2023 13:22
aktualisiert: 4. Dezember 2023 14:25