Langsamverkehr

«Habe Sicherheitsbedenken»: Meinungen zu E-Bikes ab 12 Jahren sind gespalten

19. Oktober 2023, 21:13 Uhr

Quelle: Pilatus Today / Janine Schaub

Sicherheitsbedenken versus Tourismusförderung: Der Vorschlag des Bundesrates, das Mindestalter für die Nutzung von langsamen E-Bikes auf 12 Jahre zu senken, ist auf ein geteiltes Echo gestossen.

Der Bundesrat schlägt vor, das Mindestalter für das Führen von E-Bikes bis höchstens 25 km/h ohne Führerausweis auf 12 Jahre zu senken, wenn eine erwachsene Person die Fahrt beaufsichtigt. Eine Auswertung der entsprechenden Vernehmlassung durch die Nachrichtenagentur Keystone-SDA zeigt ein disparates Bild.

Nein zur Senkung sagen etwa die SVP, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), die Umweltorganisation Umverkehr, der Automobil Club der Schweiz (ACS), der Auto Gewerbe Verband Schweiz, der Städteverband und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU). Sie machen Sicherheitsgründe geltend und halten eine Senkung auch aus gesundheitspolitischer Sicht für nicht sinnvoll.

Schneller und anspruchsvoller

Ein E-Bike sei immer schneller als ein normales Fahrrad, stellt der ACS fest. Er empfiehlt eine Übergangszeit bis mindestens 14 Jahre ohne E-Motor. Laut der BFU können Kinder aufgrund ihrer motorischen und kognitiven Entwicklung und fehlender Erfahrung mit Verkehrssituationen im Vergleich zum Velofahren den höheren Anforderungen des E-Bike-Fahrens noch nicht gerecht werden.

Auf die hohe Verantwortung der erwachsenen Begleitperson verweist der VCS. Ausserdem werden vom Städteverband Zweifel an der Fähigkeit der erwachsenen Begleitperson geäussert, bei einem Unfall tatsächlich rechtzeitig eingreifen zu können.

Der vom Bundesrat vorgeschlagenen Gesetzesänderung zugrunde liegt eine Motion des Walliser FDP-Nationalrats Philippe Nantermod. Ihr Ziel war es, die Nutzung von Elektrofahrrädern in touristischen Bergregionen zu erleichtern.

Tourismusförderung

Während dies in den Städten laut einer Mehrheit der Städte nicht angebracht ist, wird die Anpassung von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) ausdrücklich unterstützt. Die Massnahme liege im Interesse des Tourismus. Der Biketourismus erfreue sich weiterhin stetig zunehmender Beliebtheit.

Unterstützung erhält die Herabsetzung des Alters auch von den Grünen, vom Fussgängerverband Fussverkehr Schweiz, vom Interessenverband der Velofahrenden Pro Velo und vom Verband der Velohändler 2radschweiz.

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Fussverkehr Schweiz beantragt zudem das Alter, bis zu dem Kinder auf Trottoirs fahren dürfen, auf 10 Jahre zu senken. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass 12-Jährige mit dem Motorfahrrad auf dem Trottoir unterwegs seien. Die Aufsichtsperson sollte laut Pro Velo und 2radschweiz lediglich mindestens 16 Jahres alt sein müssen.

(red./SDA)

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. Oktober 2023 06:33
aktualisiert: 19. Oktober 2023 21:13