Eidgenössische Wahlen

«Hemmschwelle zum Wählen ist sehr hoch»: Kritik wegen Listen-Flut

8. Oktober 2023, 10:20 Uhr

Quelle: Tele 1

Als in den vergangenen Tagen die Stimmrechts-Couverts an die Haushalte verschickt wurden, staunten einige nicht schlecht. Je nach Kanton ist es nämlich eine regelrechte Flut an Namen und Listen für die eidgenössischen Wahlen im Oktober. Die Kritik ist gross und die Übersicht umso schwieriger.

Wen soll ich im Oktober für die eidgenössischen Wahlen wählen? Wer in den Kantonen Luzern, Zug und Schwyz dieser Frage nachgeht, merkt schnell: Dieses Jahr ist es schwieriger. Der Grund dafür sind die vielen Listen, welche in die Haushalte geschickt wurden.

So gibt es im Vergleich zu den letzten Wahlen im Kanton Luzern ganze 45 Prozent mehr Listen. In Zug sind es plus 36 Prozent und in Schwyz plus 28 Prozent. Eine solch grosse Zunahme an Listen liege daran, dass jede Liste und jede Person Stimmen generiert, erklärt der Politexperte Armin Camenzind. «Weil im Kanton Luzern beispielsweise nur neun Sitze im Nationalrat zu verteilen sind, werden primär die Hauptlisten diese Sitze machen. Jede Person, welche kandidiert, bringt dieser Hauptliste am Schluss dann auch Stimmen.»

Nun gut, die Parteien möchten so also mehr Stimmen bekommen. Wie kommt das dicke Couvert aber bei der Bevölkerung an? «Die Hemmschwelle zum Wählen ist sehr hoch», findet Michel aus Luzern. Auch Fatan aus Luzern findet die Listen-Flut «mühsam». Kein Problem mit den vielen Listen hat Angelo aus Horw: «Ich wähle über Smartvote und dadurch wähle ich einfach die Personen, welche mir politisch am nächsten sind.»

Smartvote ist eine Schweizer Wahlentscheidungshilfe. Mit verschiedenen Fragen wird eruiert, welche Politiker einem am nächsten sind. Dafür gibt es die Wahlempfehlung «Delux» mit 75 Fragen und die Wahlempfehlung «Rapide» mit 30 Fragen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Oktober 2023 12:32
aktualisiert: 8. Oktober 2023 12:32