Alpstaegs Plan scheitert – gesamter FCL-Verwaltungsrat wiedergewählt | Radio Pilatus
Strafanzeige gegen Alpstaeg

Alpstaegs Plan scheitert – gesamter FCL-Verwaltungsrat wiedergewählt

22. Dezember 2022, 09:42 Uhr

Quelle: PilatusToday

An der GV der FCL Holding AG gibt der FCL-Verwaltungsrat bekannt, dass er Strafanzeige gegen Bernhard Alpstaeg eingereicht hat. Dieser konnte daher nur mit 27 Prozent seiner Aktienanteile abstimmen. Sein Plan, den Verwaltungsrat abzuwählen, ist damit vorerst gescheitert.

Die Generalversammlung der FCL Holding AG begann mit einem lauten Knall. Der FCL Verwaltungsrat gibt bekannt, dass er gegen Bernhard Alpstaeg Strafanzeige eingereicht habe. Grund sei der Kauf der 25%-Aktienanteile von Walter Stierli. Aufgrund der Anzeige durfte Bernhard Alpstaeg nur noch mit 27 Prozent seiner Aktienanteile abstimmen.

Der Verwaltungsrat und FCL-Präsident Stefan Wolf wurden, entgegen dem Willen von Alpstaeg, wiedergewählt. Bernhard Alpstaeg verpasste mit seinen 27 Prozent die Wahl in den Verwaltungsrat.

FCL spricht von «strafrechtlich relevanten Vorgängen»

Der FCL begründet sein Vorgehen in einer Mitteilung wie folgt: «Der Verwaltungsrat der FCL Holding AG hat sich in den letzten Tagen intensiv mit den Aktienübertragungen in der Vergangenheit und dem komplexen Sachverhalt in diesem Zusammenhang befasst.»

Dabei habe man festgestellt, dass das Aktienbuch der FCL Holding AG fälschlicherweise Herrn Bernhard Alpstaeg als Aktionär eines Aktienpakets von 25 Prozent ausweist. «Diese falsche Aktienbucheintragung wurde vor der ordentlichen Generalversammlung der FCL Holding AG korrigiert.»

Hintergrund und Begründung dieser Korrektur des Aktienbuches seien Verletzungen von wertpapierrechtlichen Bestimmungen, die Verletzung von diversen verbindlichen Vereinbarungen und mutmasslich strafrechtlich relevante Vorgänge im Zusammenhang mit Aktienübertragungen. «Der Verwaltungsrat sah sich deshalb veranlasst, am Mittwoch, 21.12.2022 eine Strafanzeige gegen Bernhard Alpstaeg zu erstatten», schreibt der FCL weiter.

Hier verlässt Bernhard Alpstaeg die FCL-GV:

Quelle: PilatusToday

«Das ganze ist ein Schmierentheater», sagt Sacha Wigdorovits aus dem Kommunikationsteam von Bernhard Alpstaeg im Anschluss an die GV zu PilatusToday und Tele 1. «Die juristischen Argumente, die der Verwaltungsrat herbeizog, um zu verhindern, dass Bernhard Alpstaeg mit seinen 52 Prozent abstimmen kann, sind an den Haaren herbeigezogen.»

Das sagt der Sprecher von Bernhard Alpstaeg:

Quelle: PilatusToday

Kein Einlass für Walter Stierli

Gemäss Wigdorovits behauptet der FCL-Verwaltungsrat, dass das Aktienpaket von Walter Stierli nicht rechtmässig an Bernhard Alpstaeg übertragen wurde. «Wir haben daher Walter Stierli gefragt, ob nicht er an die GV kommen kann und abstimmen kann.» Der FCL-Verwaltungsrat verweigerte dem FCL-Ehrenpräsidenten jedoch die Teilnahme an der GV. «Das ist direkt eine Rote Karte für den Verwaltungsrat.»

Der ehemalige FCL-Präsident Walter Stierli durfte nicht an der GV teilnehmen.

© Keystone / Urs Flueeler

Während der GV kam es zu zahlreichen Voten gegen Bernhard Alpstaeg. «Das lässt Bernhard Alpstaeg nicht kalt», so Sacha Wigdorovits. Doch für Alpstaeg sei die Schlussfolgerung aus den Voten: «Jetzt erst recht». Das habe nichts mit dem Ego von Bernhard Alpstaeg zu tun, sondern damit, dass er das Gefühl habe, der jetzige Verwaltungsrat fahre den FC Luzern an die Wand.

«In einem Dokument an Bernhard Alpstaeg schreibt der Verwaltungsrat, dass der FCL in den nächsten drei Saisons einen Verlust von 32 Millionen Franken schreiben wird», sagt Sacha Wigdorovits.

Alpstaeg wird Entscheid anfechten

Es dürfte weiterhin unruhig um den FCL bleiben. «Bernhard Alpstaeg wird die Entscheide der GV anfechten», erklärt sein Sprecher. «Auch wird er anfechten, dass man ihm fast die Hälfte seiner Aktien aus dem Aktienbuch gestrichen hat.» Der FCL-Verwaltungsrat wird erst am Donnerstag Stellung zur GV nehmen.

An der Generalversammlung im Schützenhaus bei der Swisspor-Arena waren neben den beiden Grossaktionären Bernhard Alpstaeg und Josef Bieri auch rund 50 Kleinaktionäre. Vor Ort waren auch zahlreiche zivile Sicherheitskräfte.

Die GV zum Nachlesen:

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Dezember 2022 18:38
aktualisiert: 22. Dezember 2022 09:42