Luzerner Nationalrat

Historischer Erfolg für die SP - leise Enttäuschung bei der SVP

Shana Meister, 22. Oktober 2023, 19:01 Uhr
David Roth und Hasan Candan haben Grund zum Feiern.
© keystone / urs flueler
Der Wahlsonntag wurde überraschend zum Freudentag der SP und nicht – wie erwartet – der SVP. Mit einem rekordhohen Wähleranteil holt sich die SP zwei Sitze im Nationalrat und verlässt das Luzerner Regierungsgebäude als überraschende Gewinner.

Mit einem Strahlen über das ganze Gesicht betreten Hasan Candan und sein Parteikollege David Roth das Luzerner Regierungsgebäude. Beide wurden von den Luzernerinnen und Luzernern in den Nationalrat gewählt. «Es ist unglaublich, ich kann es nicht fassen», so Hasan Candan.

Lange war laut den Hochrechnungen am Wahlsonntag die SVP in der Favoritenrolle der Luzerner Nationalratswahlen. Am Ende hat aber die SP Grund zum feiern. «Vor hundert Jahren holten wir den ersten Sitz für die SP, heute den zweiten», so David Roth, Präsident der SP Luzern und gewählter Nationalrat.

David Roth mit doppeltem Sieg

Doppelter Erfolg also für den 38-jährigen David Roth. Dabei freue er sich gar ein Stück mehr für die Partei als für sich persönlich. Für ihn als Parteipräsident seien die gewonnenen zwei Sitze das Ergebnis vom jahrelangen «Hartnäckig-Sein» und der Arbeit der Partei.

Nun darf er, zusammen mit Hasan Candan, für die Luzerner SP nach Bern. «Mein Ziel ist es, dass sich die Menschen nicht mehr Sorgen um ihren Wohlstand machen müssen», so Roth. Die SP geht damit als Gewinnerin aus dem Luzerner Regierungsgebäude und mit zwei Sitzen in den Nationalrat nach Bern.

GLP als Verliererin in Luzern

Etwas weniger entspannt an die Sache rangehen konnten die Grünen und die GLP. Bereits nach den ersten Hochrechnungen mussten beide Parteien zittern. Am Ende muss die GLP ihren Sitz im Nationalrat abgeben. Gegenüber von PilatusToday und Tele 1 zeigt sich Roland Fischer von der GLP sichtlich enttäuscht. Er muss seinen Sitz zugunsten der SP räumen.

Roland Fischer (GLP) verliert seinen Sitz im Nationalrat.
© KEYSTONE / URS FLUEELER

«Klar, ich bin enttäuscht, das kann ich nicht abstreiten», so Roland Fischer. Trotzdem habe er sich im Vorfeld auf dieses Szenarium einstellen müssen. «Man muss immer damit rechnen, dass es nach vier Jahren nicht mehr reicht.» Auf seine Zeit als Nationalrat schaue er mit positiven Gefühlen zurück und sei dankbar für die Erfahrungen, die er sammeln durfte. Was die Zukunft für ihn bringt, könne er noch nicht beantworten.

SVP hat sich mehr erhofft

Bei der Mitte, den Grünen, der FDP sowie auch der SVP bleibt alles beim Alten. Alle vier Parteien gehen mit derselben Anzahl an Sitzen in den Nationalrat wie in den vergangenen vier Jahren.

Bei der SVP übernimmt nun Vroni Thalmann einen Sitz im Nationalrat. «Ich freue mich riesig, dass es für mich geklappt hat», so Thalmann gegenüber PilatusToday und Tele 1. Für sie persönlich also ein riesen Erfolg, nicht aber für die Partei. «Ich habe mich erschrocken, dass wir nicht drei Sitze für uns gewinnen konnten.»

Für Vroni Thalmann heisst es nun aber nach vorne schauen, beziehungsweise nach Bern schauen. So habe sie schon mehrere Punkte im Kopf, die sie als Nationalrätin angehen möchte. Für den heutigen Tag freut sie sich nun noch mit ihren Parteikollegen auf den Erhalt der Sitze und ihren persönlichen Erfolg anzustossen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. Oktober 2023 19:03
aktualisiert: 22. Oktober 2023 19:03