FC Luzern

Mario Frick: «Nein, wir haben kein Stürmerproblem»

Philipp Breit, 27. Januar 2023, 16:27 Uhr
«Nein, wir haben kein Stürmerproblem», betont FCL-Trainer Mario Frick.
© KEYSTONE/Philipp Schmidli
Der Frust über den späten Ausgleich gegen den FC Zürich am vergangenen Wochenende steckt beim FC Luzern noch tief. «Es scheisst uns so oder so an», findet Mario Frick deutliche Worte. Nun will man gegen Basel die verlorenen Punkte zurückholen.

Chancen, um gegen Zürich das dritte oder vierte Tor zu machen, hatten die Luzerner genügend. Der Rest ist Geschichte: Simic trifft kurz vor Schluss zweimal und sichert den Zürchern einen Punkt. Frick hadert mit den vergebenen Chancen, stellt aber klar: «Nein, wir haben kein Stürmerproblem.» Was war es dann? «Wir haben uns schlichtweg zu naiv angestellt nach der 2:0-Führung und in der Entstehung der beiden Gegentore schlecht verteidigt.»

Die Luzerner spielten stark, waren dem FCZ über weite Strecken überlegen. «Wir hatten gefühlt alles im Griff und genau dies war dann wohl auch unser grösster Fehler», so Frick. «Wir wähnten uns in falscher Sicherheit. Und so wird man im Fussball halt bestraft. Aber dies wird uns in dieser Saison nicht mehr passieren.»

Frick vertraut auf seine Stürmer

Weil es wohl eher ein kollektives Versagen gewesen sei gegen Zürich, wurde unter der Woche kein spezielles Stürmertraining gemacht. «Wir haben ganz normal trainiert wie in den vergangenen Wochen auch», betont Frick. «Das gilt für die Defensive aber auch die Offensive. Wir haben Abschlüsse trainiert wie immer. Und Thibault Klidjé beispielsweise, der gegen Zürich die Grosschance ausgelassen hat, hat unter der Woche beinahe alles getroffen.»

So soll es dann hoffentlich auch am Samstag beim Auswärtsspiel gegen Basel sein. Die «Bebbi» sind ein unangenehmer Gegner für den FCL. Seit beinahe drei Jahren warten die Luzerner auf einen Meisterschaftssieg gegen den FCB. «Das hat ganz bestimmt auch einen psychologischen Effekt», glaubt Frick. «Basel war über Jahre hinweg eine grosse Nummer und hat sich dadurch einen grossen Respekt erarbeitet.» Doch das war einmal, meint Frick weiter. «Basel ist sicherlich nicht mehr das Basel wie noch vor fünf, sechs Jahren. Wir müssen das Bewusstsein haben, dass wenn wir unsere Leistung abrufen, wie auch über weite Strecken gegen den FC Zürich, dann sind wir absolut auf Augenhöhe.»

Basel ist ähnlich unruhig unterwegs wie der FC Luzern. Konstanz legen beide Teams nicht an den Tag. «Es ist schon ähnlich wie bei uns. Wir sind mit unserer Konstanz auch nicht wirklich zufrieden», so Frick. «Bei Basel ist das ja ähnlich. Sie haben eine sehr talentierte Mannschaft und ich glaube, nach YB haben sie auch den zweitbesten Kader. Wir müssen am Samstag von Anfang an mutig auftreten und Basel unter Druck setzen, sie in Schwierigkeiten bringen. Dann bin ich überzeugt, dass wir zu unseren Chancen kommen werden.»

Entscheidend wird sein, was sich im Kopf abspielt

Chancen, welche dann aber auch ausgenützt werden müssen. Nicht so wie gegen Zürich. «Nur, weil wir gegen Zürich die beiden späten Tore kassiert haben, werfen wir die Flinte nicht ins Korn. Im Gegenteil, es muss uns noch mehr antreiben, um die beiden verlorenen Punkte nun gegen Basel zurückzuholen», gibt sich Frick kämpferisch.

Entscheidend, wie so oft im Fussball, wird sein, was sich im Kopf der Spieler abspielt. Doch Selbstbewusstsein kann man sich nicht von heute auf morgen erarbeiten, das brauche Zeit, so Frick. «Man darf nicht vergessen, dass wir vor rund einem Jahr am Boden waren. Mittlerweile wissen wir aber, dass wir mit den besten Mannschaften mithalten können. Wenn sich die Mannschaft zutraut, Basel zu schlagen – und das spielt sich im Kopf ab, dann bin ich sicher, dass wir dies auch schaffen können.»

Startelf für Kimpioka noch zu früh – Diambou ersetzt Beloko

Dabei helfen könnte allenfalls bereits Benjamin Kimpioka. Der Stürmer stiess in dieser Woche zum FC Luzern. «Ein persönliches Bild konnte ich mir erst in den beiden bisherigen Trainings machen», so Frick. «Natürlich habe ich Videos von ihm gesehen. Er hat definitiv alle Anlagen, welche wir gesucht haben. Für ihn ist einfach wichtig, dass er unbeschwert die Spiele angeht und allenfalls gleich trifft. Ein Stürmer braucht Selbstvertrauen und da helfen Tore am besten.»

Zu einem Einsatz von Beginn an wird es für Kimpioka noch nicht reichen. Als Joker ist er gegen Basel definitiv im Kader. Dennoch wird es Rochaden geben in der Startelf. Mamady Diambou wird wohl den gesperrten Nicky Beloko ersetzen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. Januar 2023 17:33
aktualisiert: 27. Januar 2023 17:33