Kriminalgericht Luzern

Mutter und Tochter vergewaltigt: Mann soll weitere 9 Jahre ins Gefängnis

9. Februar 2023, 05:59 Uhr
Ein 29-jähriger Portugiese muss sich erneut wegen mutmasslicher Vergewaltigung vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
© Getty Images
Seit Ende 2018 befindet sich ein heute 29-jähriger Portugiese in Haft. Er war damals wegen mehrfacher Vergewaltigung seiner Ex-Freundin zu über vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am Donnerstag steht der Mann nun wegen neuer Anschuldigungen erneut vor Gericht.

In etwas mehr als einem Monat endet der ordentliche Strafvollzug gegen den Portugiesen. Dann hat er seine Strafe für die mehrfache Vergewaltigung seiner Ex-Freundin abgesessen. Geht es nach der Luzernen Staatsanwaltschaft, soll der Mann aber für weitere neun Jahre im Gefängnis bleiben.

Tochter erzählt in der Schule von Übergriffen

Knapp zwei Jahre nachdem der Mann seine Gefängnisstrafe antrat, kamen neue Vorwürfe gegen ihn ans Licht. Demnach erzählte die damals 11-jährige Tochter seiner Ex-Freundin in der Schule, dass auch sie vergewaltigt worden sei.

Erste Vorfälle im Alter von neun Jahren

Der Beschuldigte und seine damalige Freundin wohnten ab Ende 2017 in einer gemeinsamen Wohnung. Laut der Anklageschrift kam es nach rund einem halben Jahr zu den ersten Übergriffen an der Tochter seiner Freundin. Ab diesem Zeitpunkt habe er das damals 9-jährige Mädchen regelmässig vergewaltigt, mit der Zeit mehrmals pro Woche. Meist in der Wohnung, aber auch im Keller, im Auto oder in einem Hotel. Stets so, dass die Mutter des Mädchens nichts von den Übergriffen erfuhr.

Selbst nachdem sich die Mutter vom Beschuldigten getrennt hatte, liess er laut der Staatsanwaltschaft nicht von dem Mädchen ab. So soll er sie in einem Fall am Morgen auf dem Weg zur Schule abgefangen haben. Er habe sie dann in ein Hotelzimmer gebracht und auch dort sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen. Dieser Vorfall Ende Dezember 2018 war der Letzte, wenige Wochen später kam es zur Festnahme.

Mit dem Tod gedroht

Um sich die Verschwiegenheit des Mädchens zu sichern, drohte der Beschuldigte dem Kind immer wieder mit dem Tod. Würde sie jemandem davon erzählen, was er mit ihr mache, würde er sie und ihre Mutter umbringen. Damit habe er das Mädchen so stark unter Druck gesetzt, dass sie ihr Schweigen erst einige Jahre später brach.

Wegen den mehrfachen sexuellen Handlungen und Vergewaltigungen eines Kindes verlangt die Luzerner Staatsanwaltschaft eine Zusatzstrafe von neun Jahren. Auch soll sein Landesverweis von fünf Jahren auf 15 Jahre verlängert werden. Zudem sei eine Sicherheitshaft zu prüfen, sollte das neue Verfahren nicht bis zu seiner Entlassung abgeschlossen sein.

Der Beschuldigte gibt den Sachverhalt nicht zu. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Februar 2023 05:59
aktualisiert: 9. Februar 2023 05:59