Carsharing

Ohne Auto mit zwei Kleinkindern – Nicole stellt sich der Herausforderung

Nadine Purtschert, 10. November 2023, 09:50 Uhr

Quelle: PilatusToday / Marina Bühlmann

Die Luzernmobil-Challenge läuft weiter: Diese Woche steht das Carsharing im Fokus. Nicole aus Sempach nimmt das mit ihren beiden Kleinkindern in Anspruch. Welche Herausforderungen sich ihr dabei stellten, erfährst du hier.

Drei Wochen der Luzernmobil Challenge sind durch: Fünf Haushalte verzichten auf ihr eigenes Auto. Sie arbeiten alternativ in Coworking-Spaces oder sind mit dem ÖV, einem E-Bike oder Carsharing-Auto unterwegs. Wir haben Nicole Vogt aus Sempach auf einem Ausflug mit ihren Kindern begleitet.

Car-Sharing Angebot in Sempach

Die Familie Vogt möchte einen Ausflug zum Archehof im benachbarten Hildisrieden unternehmen. Ausgerüstet mit zwei Kindersitzen und dem Kinderwagen, macht sich Nicole mit ihren beiden Kleinen zuerst auf den Weg zur Carsharing-Station: Obwohl diese nur 500 Meter von ihrem zu Hause entfernt ist, ist es mit zwei Kleinkindern und dem ganzen Gepäck im Schlepptau nicht ganz so einfach.

Nicole Vogt und ihr Mann Marius bilden mit ihren drei Kindern einen der fünf Haushalte der Luzernmobil Challenge.

© PilatusToday

Doch die Mutter ist froh, kann sie während der Challenge auf dieses Angebot zurückgreifen, statt nur mit dem ÖV oder Velo unterwegs zu sein. Als in der ersten Woche der Challenge Nicoles Kinder krank wurden, entdeckte sie das Carsharing-Angebot für sich. «Wir mussten dringend zum Kinderarzt. Mit dem ÖV hätten wir eine Stunde Wegzeit gehabt und hätten dreimal umsteigen und warten müssen. Mit kranken Kindern ist das nicht so toll. Ich dachte, dass wir mit dem Veloanhänger gehen könnten, doch da hat es angefangen, stark zu regnen. Dann konnte ich spontan das edrive nutzen», erzählt die Mutter.

Dass es in Sempach überhaupt ein Carsharing-Angebot gibt, ist nämlich nicht selbstverständlich. Es ist in diesem Fall der Stadt Sempach und dem edrive Unternehmen zu verdanken. Das Projekt ist noch nicht selbsttragend, doch die Stadt Sempach unterstützt das Angebot finanziell mit und wird am Gewinn mitbeteiligt.

Mittels App lässt sich das Carsharing Auto öffnen.

© PilatusToday

Mittlerweile ist Nicole routiniert im Umgang mit dem Carsharing Angebot. Nachdem sie innert fünf Minuten die Kindersitze und den Kinderwagen im Auto verstaut hat, fährt sie in Richtung Archehof los. Die Kosten für diesen Ausflug mit dem Carsharing Auto betragen ungefähr elf Franken. Mit dem ÖV wäre die Familie zwar auch rasch in Hildirieden angekommen, hätte aber noch 20 Minuten von der Bushaltestelle zum Hof laufen müssen.

Samuel Brunner, Geschäftsführer der edrive Carsharing AG bestätigt, dass es wichtig ist, auch ausserhalb der Stadt Luzern Angebote zu lancieren. «Carsharing ausserhalb urbanen Gebieten ist wichtig, damit Leute überhaupt wechseln können. Sodass man die Möglichkeit hat, auszuweichen.»

Der kleine Sohn geniesst den Ausflug.

© PilatusToday

Beim Archehof angekommen, füttert Nicoles ältester Sohn glücklich die Kühe und wirft ihnen eine Birne zu. Der Kleine tobt sich aus, sodass er auf der Rückfahrt nach Sempach erschöpft in seinen Kindersitz fällt und einschläft. Zurück in Sempach bei der Carsharing-Station, legt ihn seine Mutter in den Kinderwagen, um ihn nicht zu wecken. Im Kinderwagen transportiert sie jedoch normalerweise die Kindersitze nach Hause. Zum Glück begleitet sie das Tele 1 Team mit Marina Bühlmann, die ihr beim Kindersitze-Tragen zur Hand geht.

Der Transport der Kindersitze erweist sich als herausfordernd.

© PilatusToday

Es war für die Familie ein schöner Nachmittagsausflug mit dem Carsharing Auto. Nichtsdestotrotz freut sich Nicole, wenn sie in schon einer Woche das Nummernschild ihres Autos zurückkriegt. «Ich hätte es nicht gedacht, aber ich freue mich tatsächlich darauf. Es macht einfach vieles einfacher, ein eigenes Auto zu besitzen.»

Auch im Weinbergli der Stadt Luzern gibt es eine Mobilitätsstation. Die «Baugenossenschaft ABL» möchte ihren Mietern mit dem Angebot noch mehr bieten können, wie Arno Wigger, Leiter Projekt- und Qualitätsmanagement ABL gegenüber PilatusToday und Tele 1 erklärt. «Mobilität startet immer im eigenen Zuhause. Es ergibt Sinn, dass man ein Auto miteinander teilt. In urbanen Gebieten ist es immer schwieriger und auch nicht mehr so erforderlich, Parkplätze zu erstellen. Aus dem Grund haben wir beschlossen, dass wir ein zusätzliches Angebot brauchen wie die Mobilitätsstation.»

Die Challenge läuft bereits während drei Wochen.

Die letzte Woche der Luzernmobil Challenge startet. Kommenden Montag erfährst du, wie die vierwöchige Challenge im allgemeinen für die Teilnehmenden verlief.

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. November 2023 16:41
aktualisiert: 10. November 2023 09:50