Gansabhauet

Trotz 1905 Unterschriften: Petition zur Abschaffung wurde nie eingereicht

Sara Häusermann, 9. November 2023, 08:16 Uhr
Die Petition zur Abschaffung der Gansabhauet wurde nie eingereicht. (Archivbild)
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
«Barbarei» – der Grünen-Nationalrätin Meret Schneider gefiel die Surseer Tradition «Gansabhauet» gar nicht und es wurde sogar eine Petition zur Abschaffung lanciert. Eingereicht wurde diese aber nie.

Die Zürcher Nationalrätin der Grünen, Meret Schneider, hat ihrer Entrüstung vor einem Jahr auf Twitter Luft gemacht: «Gansabhauet. Mit einem stumpfen Säbel wird einer Gans in mehreren Versuchen der Kopf abgehauen. Inwiefern geht das mit dem Tierschutzgesetz konform? What's next? Katzen verbrennen? Barbarei hat schliesslich Tradition.»

Daraufhin wurde von Tierschützerinnen und Tierschützern eine Online-Petition zur Abschaffung dieser Surseer Tradition lanciert. Eingereicht wurde sie bei der Stadtregierung aber nie, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Knapp 2000 Unterschriften

Die Petition hat online 1905 Unterschriften gesammelt. Der Präsident der Kommission Gansabhauet, Erich Felber, sagt: «Aktuell sind keine negativen Stimmen zu uns gelangt.» Er wisse zwar, dass es immer wieder Diskussionen gebe, in Sursee selbst werde der Anlass aber nicht infrage gestellt.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Petition nie bei der Surseer Stadtregierung eingereicht wurde.

Kein Thema für die Grünen Sursee

Die Abschaffung des traditionsträchtigen Anlasses ist selbst für die Grünen Sursee kein Thema. Gegenüber der «LZ» sagt Samuel Zbinden, Präsident der Grünen Sursee und Kantonsrat: «Ich bin hin- und hergerissen.» Auf der einen Seite habe er «sehr viele, sehr schöne Erinnerungen» an das Volksfest, das jährlich mehrere tausend Besucherinnen und Besucher anlockt. Vor allem solche aus der Kindheit.

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Auf der anderen Seite kann er verstehen, dass die Gansabhauet für Leute, die nicht mit dieser Tradition aufgewachsen sind, etwas verstörend wirken kann. Ausserdem sehe er die Gansabhauet an sich und damit den Umgang mit einem toten Tier «aus heutiger Sicht durchaus einiges kritischer».

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 9. November 2023 08:51
aktualisiert: 9. November 2023 08:51