USA und Südkorea im Trend

«Nachholbedarf ist gross» – Reisebüros rechnen mit Rekordjahr

Sven Brun, 4. September 2023, 05:27 Uhr
Der Sommer ist bald vorüber. Zentralschweizer Reisebüros ziehen eine positive Bilanz und rechnen nach den schwierigen Corona-Jahren mit Rekordzahlen. Sowohl klassische Badeorte in Europa wie auch ferne Destinationen boomten in den vergangenen Wochen.

«Badeferien in Spanien, Griechenland, Südtürkei und Zypern sind Klassiker im Sommer», erklärt Iwan Berger, Inhaber des Rilex-Reisebüros. Nachbar-Destinationen wie Italien oder Frankreich würden hingegen immer weniger bei Spezialisten gebucht: «Oftmals ist es so, wenn Kunden mit dem Flugzeug reisen möchten, buchen sie eher über uns, als wenn sie mit dem Zug oder Auto ins Ausland fahren.»

Iwan Berger ist Inhaber des Reisebüros Rilex mit verschiedenen Standorten in der Zentralschweiz.

© zVg

Bei Rilex wurden auch viele Reisen in die USA und Kanada gebucht. «Australien kommt langsam wieder. Auf der Südhalbkugel ist es ja noch Winter. Deshalb zieht es nun erst wieder so richtig an», meint Berger. Auch asiatische Länder würden immer stärker nachgefragt.

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Viel Lust auf grössere Reisen

Iwan Berger selbst sei in diesem Jahr bereits in den Emiraten, auf den Malediven und in Ägypten gewesen. «Ende September geht es noch auf eine Kreuzfahrt – ich freue mich riesig», sagt er. Dass er als Reise-Spezialist selbst häufig unterwegs ist, sei wichtig: «Es ist das A und O. Wir leben von der Kompetenz, die wir haben. Die Kunden schätzen es, wenn sie mit jemandem sprechen können, der bereits in diesem Land war.»

Sein Team und er spüren ganz klar: «Der Nachholbedarf bei der Bevölkerung ist gross. Nach den komplizierten Corona-Jahren haben die Menschen viel Lust, eine grössere Reise zu unternehmen.» Es sei zwar relativ teuer, denn die Preise sind angestiegen. «Aber viele Menschen konnten während der Pandemie auch etwas Geld sparen, um sich nun dementsprechend etwas Grösseres zu leisten.» Die Buchungen liefen und laufen weiterhin gut: «Wir erwarten ein Rekordjahr!»

Der Reisespezialist war in diesem Jahr bereits auf den Malediven.

Abenteuerlustig und Entdeckungsfreudig

Auch bei Kuoni Reisen Luzern wird ein gutes Jahr erwartet. «Nebst den Badeferien war Kanada ein Renner, vor allem auch der Westen», erklärt die Filialleiterin Rita Walthert. Ebenfalls am Boomen: der Norden, Skandinavien und Spitzbergen. «Die Menschen wollen mehr entdecken und etwas unternehmen. Man will neue Wege gehen, etwas Neuland gewinnen.»

Häufig würden die Menschen auch nicht mehr nur die klassischen Highlights besuchen wollen. «Wir sehen, dass auch beispielsweise unbekannte Seitentäler bereist werden. Viele geniessen nun einfach die zurückgewonnene Freiheit, und wollen diese voll ausleben.»

Rita Walthert ist Filialleiterin von Kuoni Reisen Luzern.

© zVg

Ein interessanter Trend komme aus dem asiatischen Raum. «Vor allem bei jungen Menschen ist Südkorea aktuell sehr beliebt. Ich könnte mir vorstellen, dass dies durch die Musikszene entstanden ist», meint Walthert.

Rita Walthert ist neugierig auf ein Abenteuer in Südkorea.

© Getty Images, Mongkol Chuewong

Grund genug für die Spezialistin, selbst nach Korea zu fliegen. «Ich bin sehr neugierig. Das wird sehr interessant.» Rita Walthert geht nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder auf eine mehrmonatige Reise. «2,5 Monate darf ich unterwegs sein. Südkorea, Fidschi zum Tauchen und in die Antarktis – ein Kindheitstraum von mir.» Ein Abenteuer, von dem später auch ihre Kundinnen und Kunden profitieren können: «Meine Erlebnisse gebe ich dann als Inspiration gerne weiter.»

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. September 2023 05:27
aktualisiert: 4. September 2023 05:27