Reifenabrieb

«Schädlich für die Gesundheit» – Mikroplastik stammt zu 90 Prozent von Pneus

16. Februar 2024, 13:46 Uhr

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz / Nadine Putschert

Der grösste Teil des Mikroplastiks gelangt in der Schweiz durch Autoabrieb in die Umwelt. Die millimeterkleinen Abriebteile sind für Lebewesen und Umwelt schädlich. Mit teils einfachen Massnahmen kann man dem Problem entgegenwirken.

Der Reifenabrieb von Pneus ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Der Nationalrat verlangte deshalb bereits im Jahr 2019, dass geprüft wird, wie der Abrieb künftig vermindert werden kann. Nun ist aus einem Bericht der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa zu entnehmen, dass auch Autofahrer einen grossen Teil dazu beitragen.

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Fahrstil ist am wichtigsten

Reifenabrieb entsteht bei allen Manöver, welche man mit dem Fahrzeug tätigt. Doch gerade bei Schnellstarts oder Vollbremsungen lösen sich am meisten Partikel von den Reifen. «Man sollte abruptes Beschleunigen, Abbremsen und starke Richtungsänderungen vermeiden», sagte Reto Blättler, Projektleiter Reifentest TCS gegenüber PilatusToday und Tele 1. Er betonte jedoch auch, dass man gleichmässig mit angepasster Geschwindigkeit und genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug unterwegs sein sollte. All dies seien einfache Möglichkeiten, um Reifenabrieb zu minimieren.

Auch die Auswahl des Pneus spielt dabei eine entscheidende Rolle. «Man sollte die richtigen Pneus kaufen, welche wenig Reifenabrieb produzieren», betonte Blättler. Zwei Mal jährlich werden verschiedene Reifen von der TCS auf die Umweltverträglichkeit getestet. «Wir können ganz klar sagen, dass es Pneus gibt, welche eine hohe Kilometerleistung und einen geringen Abrieb vorweisen.»

Fahrzeuggewicht nicht extrem entscheidend

«Der Gewichtsdurchschnitt der Autos ist nicht derart aussagekräftig», betonte der Projektleiter. Die Fahrzeuge wurden in den vergangenen Jahren immer grösser und schwerer, aber die Tendenz scheint nun vor allem im Bereich der Elektroautos wieder zurückzugehen. Auf den Reifenabrieb hat dies jedoch keinen entscheidenden Einfluss. Am meisten Acht sollte man als Autofahrer deshalb auf den Fahrstil geben. Dieser verursacht in erster Linie den Mikroplastik auf den Schweizer Strassen.

Und wenn dieser dann einmal auf der Strasse liegt, wird er durch Wind und Wetter in die Natur getragen. Dies bestätigt uns auch Sandro Betschart vom Amt für Gewässer des Kanton Schwyz: «Der Mikroplastik kann durch den Wind oder durch die Kanalisation in die Gewässer gelangen.»

So gelangt Mikroplastik in den Körper

Wie schädlich solche Mikroplastikteile für den menschlichen Körper seien, könne man noch nicht abschliessend sagen. «Man geht aber davon aus, dass es gesundheitliche Einflüsse hat und je kleiner diese Teile sind, desto schädlicher sind sie vermutlich», so Betschart weiter.

Auf die Frage, wie denn diese Teile in den Körper kommen, antwortete Betschart Folgendes: «Man vermutet, dass es in Wasser und Esswaren Plastikrückstände gibt und die dann auf diesem Weg in den menschlichen Körper gelangen.»

Mikroplastikteile von Autopneus im Salat? Nein, Danke! (Symbolbild)

Als Konsument ist man sicherlich gut bedient, wenn man deshalb nebst den von den TCS empfohlenen Reifen auch bei der Lebensmittelbesorgung auf die, in möglichst wenig Plastik verpackte Produkte, zurückgreift. Da dies nicht immer sehr einfach ist, sollte man aus Sicht von Betschart aber sicher Folgendes immer tun: «Alles korrekt entsorgen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Februar 2024 13:46
aktualisiert: 16. Februar 2024 13:46