Neues Projekt

Zuger Schulen wollen KI im Unterricht integrieren

Jonathan Ernst, 6. Dezember 2023, 18:41 Uhr

Quelle: Tele 1

Dass gewisse Schülerinnen und Schüler bei den Hausaufgaben bereits künstliche Intelligenz zur Hilfe nehmen, dürfte wohl kaum jemanden überraschen. An Zuger Schulen soll KI aber schon bald zum regulären Unterricht gehören und Lehrpersonen entlasten.

In den Klassenzimmern der Stadt Zug soll künstliche Intelligenz künftig auch im Unterricht genutzt werden. «Wir haben den Auftrag, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler anschlussfähig machen an das, was sie nach der Schule erwartet», begründet Remo Krummenacher, Rektor der Stadtschulen Zug, das Projekt.

Dazu gehöre auch der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Denn: «KI ist nicht nur in aller Munde, KI ist da. Es ist ein Bestandteil unserer Gesellschaft.» Obwohl das Projekt noch am Anfang steht, soll künstliche Intelligenz schon im kommenden Frühling im Zuger Schulunterricht integriert werden.

Guidelines, Veranstaltungen und eine neue Plattform

«Wir müssen unsere Lehrpersonen im Prozess mit an Bord nehmen», sagt Remo Krummenacher. Deshalb sollen Lehrpersonen zunächst auf die möglichen Veränderungen vorbereitet werden. Ein Tool soll ihnen mögliche Situationen aufzeigen, die durch künstliche Intelligenz im Unterricht entstehen könnten. Zudem sollen gemeinsam Guidelines erstellt und den Lehrpersonen an Veranstaltungen neue KI-basierte Technologien nähergebracht werden.

Schülerinnen und Schüler in der Stadt Zug sollen den richtigen Umgang mit künstlicher Intelligenz lernen. (Symbolbild)

© AP Photo/Timothy D. Easley

Ab März gibt es dann KI im Schulunterricht: «An den Pädagogischen Hochschulen wird eine Plattform programmiert, auf der die Schülerinnen und Schüler in einem geschützten Rahmen mit Chatbots interagieren können», erklärt Krummenacher. Das biete gleich mehrere Chancen. Einerseits könnten die Lernenden auf die Möglichkeiten und Gefahren der Technologie aufmerksam gemacht werden. Andererseits könne mit dem neuen Tool der Unterricht konkret erweitert werden.

Unterstützung für Schülerinnen und Lehrer

Es gebe verschiedene Herausforderungen in diesem Projekt, sagt der Projektleiter der PH Luzern, Peter Rigert: «Wir arbeiten mit einer hoch komplexen Technologie, die wir für den Unterricht herunterbrechen müssen.» Eine weitere Schwierigkeit sei, dass KI-Tools teilweise «halluzinieren», also beispielsweise vermeintliche Fakten erfinden würden. Darauf muss laut Rigert geachtet und Schülerinnen und Schüler entsprechend sensibilisiert werden.

Künstliche Intelligenz soll also nicht einfach als Tool im Unterricht verwendet werden, sondern der Umgang damit gelernt werden. «Ein Aufsatz sollte nicht einfach von der KI geschrieben werden», sagt Rigert. Die KI könnte die Schülerin oder den Schüler aber beim Prozess, einen Aufsatz zu schreiben, unterstützen. So könne es auch Lehrpersonen entlasten. Und in etwas fernerer Zukunft vielleicht sogar ersetzen?

Peter Rigert und Remo Krummenacher möchten KI im Zuger Schulunterricht integrieren.

«Niemand will die Lehrperson ersetzen. Wir sprechen von einer Ergänzung», stellt der Projektleiter der PH Luzern klar. Sollte KI tatsächlich auch Aufgaben einer Lehrperson abnehmen können, gehe es eher darum, wo Lehrpersonen die gewonnene Zeit einsetzen können. Peter Rigert führt fort: «Ich glaube, die Präsenz der Lehrperson im Schulzimmer wird in Zukunft genauso wichtig sein wie jetzt.» KI hin oder her.

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. Dezember 2023 18:24
aktualisiert: 6. Dezember 2023 18:41